Ich wurde in den letzten Wochen, seitdem ich wieder bewusst clean esse und koche, gerade von Müttern gefragt, wie ich es schaffe mich vollwertig zu ernähren und gleichzeitig Baby und Haushalt wuppe. Da ist zum einen natürlich die Motivation mich wieder fitter fühlen zu wollen, die Babypfunde los zu werden und die Tatsache, dass ich es nicht aufwendiger finde, gesund zu kochen als ungesund. Aber ich gestehe natürlich auch: es ist nicht immer alles Gold was glänzt. Eine ausgewogene Ernährung schaffe ich an 5-6 Tagen in der Woche, aber es gibt zwischendurch auch bei uns Tage, an denen einfach nichts klappen will. Laura weint viel weil sie Bauchschmerzen hat oder im Schub steckt und man selbst ist einfach nur müde und genervt. Aber diese Tage gestehe ich mir ein, denn sie gehören in meinen Augen zu einem „normalen“ Leben dazu und es geht mir ja auch nicht darum, an einem Contest teilzunehmen!

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Clean Eating ist eine Ernährungsform, die man schnell und einfach in den Alltag integrieren kann. Sie ist meiner Meinung nach nicht sonderlich aufwendig (natürlich nicht verglichen mit dem Aufreißen und dem Reinschieben einer TK-Pizza), man benötigt keine fancy Zusatzprodukte oder gar Zutaten, die man in einem normalen Supermarkt nicht findet. Es gibt keine Ernährungspläne und auch keine Sportpläne, denen man strikt folgen muss um zum Ziel zu kommen.

Es geht einzig und allein um den bewussten Umgang mit dem Körper und der Nahrung! Es geht nicht um Kalorien oder Makros, sondern um natürliche Lebensmittel!

Außerdem muss ich alle enttäuschen, die sich mit Clean Eating schnelle Abnehmerfolge erhofft haben. Je nachdem wie du dich vorher ernährt hast, hat Clean Eating nichts mit einem Abnehmprogramm zu tun. Langfristig gesehen wirst du mit Sicherheit das ein oder andere Kilo verlieren, aber für den schnellen Blitzerfolg ist es nicht ausgelegt. 

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Gut, die Grundlagen sowie der Grundgedanke sind geschafft, aber wie habe ich es nun geschafft, trotz Baby, Clean Eating wieder in meinen Alltag zu integrieren? 

  1. Konsequenz
    Furchtbar abgedroschen, ich weiß, aber wenn du nicht wirklich was verändern willst, wird aus deinem Vorhaben nichts. Die Umstellung bedeutet Arbeit und wir alle wissen, dass der Körper da nicht von Grund auf immer Bock drauf hat. Die ersten 3 Tage sind in meinen Augen die härtesten. Schaffst du es in dieser Zeit konsequent zu sein, schaffst du auch die nächsten Tage. Mit Baby ist diese Konsequenz schwierig, das gebe ich zu! Deine Tagesstruktur wird dir von dem kleinen Wesen vorgegeben und ändert sich zusätzlich noch täglich. Aufwendiges Zubereiten von Speisen kostet einfach zu viel Zeit, denn an manchen Tagen schaffst du es nicht mal zum Zähneputzen. Bitte deinen Partner darum, dir 10 Minuten am Abend oder am Morgen (je nachdem wie es für euch am besten passt) das Kind abzunehmen. In dieser Zeit bereitest du dir ein gesundes Frühstück zu. Hat man schon ordentlich gefrühstückt ist es viel einfacher konsequent durch den Tag zu gehen, denn die Gefahr der „Ist jetzt sowieso schon egal, weil….“-Einstellung ist minimiert 😉
  2. Kaufe eine Trage
    Kann mir Robert Laura nicht abnehmen, weil er z.B. sehr spät nach Hause kommt und ich schaffe es den ganzen Tag nicht, sie mal für ein paar Minuten abzulegen kommt meine Wunderwaffe in Einsatz: unsere Limas Trage. Vor einigen Jahren habe ich die Tücher-Fraktion noch belächelt, bin ich heute Befürworter dieser Erfindung. Ein Tuch kam mir zwar trotzdem nicht ins Haus, aber ich liebe unsere Trage, welche zum Teil ebenfalls gebunden wird wie ein Tuch. Mit ihr schaffe ich es locker zu kochen, den Haushalt zu machen oder Gemüse zu schnippeln. 
  3. Gesunde Snacks in großen Mengen
    Wenn ich mein Frühstück vorbereite, bereite ich auch direkt eine Quarkschale für den Nachmittag vor. Außerdem habe ich immer noch einige Energyballs eingefroren, die ich bereits vor der Geburt gerollt und eingefroren habe. Bereite größere Mengen an Snacks zu und friere diese ein. Meine Energyballs sind z.B. bereits nach 5-10 Minuten essbar, wenn ich sie aus dem Gefrierer hole. 
  4. Mit dem Kind Mahlzeiten spielerisch zubereiten
    Klingt jetzt ein wenig bekloppt, wo sie ja noch so klein ist. Aber ich binde sie heute schon oft in die Zubereitung mit ein. Mal singe ich ein ausgedachtes Fantasielied oder kommentiere was ich tue und welches Gemüse ich jetzt aus dem Kühlschrank hole. Sofern die Sache nicht zu lange dauert, hat sie auch wirklich Spaß daran. Trotz alledem ist sie natürlich noch ein Baby und ich kann kein 30-minütiges Menü mit ihr zubereiten ohne das sie quängelt. Aber 10 Minuten um schon mal das Gemüse zu schnippeln oder einen Kuchenteig anzurühren sind meistens drin. 
  5. Einkaufslisten
    Ich gestehe: zu einem detaillierten Wochenplan bin ich in den letzten 9 Wochen genau einmal (!) gekommen. Nichtsdestotrotz habe ich immer einen groben Plan was ich in der kommenden Woche einkaufen möchte und schreibe mir eine entsprechende Einkaufsliste. Hilft auch super gegen die Schwangerschafts- und Still-Demenz 😉
  6. Bewegung mit Kind
    Wer mir auf Instagram folgt und dort meine Bilder oder auch meine Stories sieht weiß: ich bin viel mit der Kleinen unterwegs. Wir laufen mit Hund, ohne Hund, mit Wagen, mit Trage – egal wie, an den meisten Tagen mindestens einmal am Tag für 45 Minuten. Wer darauf keine Lust hat kann natürlich das Kind auch direkt in sein Workout integrieren. Auf You Tube gibt es ganz tolle Videos dafür! Ich kann den Channel BodyFit by Amy nur empfehlen. Dort gibt es eine Kategorie die Babyfit by Amy heißt und tolle Pre- und Post-Natal Videos enthält. 
  7. Trinken
    Wieder so ein abgedroschener Punkt, aber glaubt mir: ich spreche aus Erfahrung! Mit Baby vergisst man das Trinken, obwohl man einen mega Durst hat. Wenn du stillst steht grundsätzlich da, wo du gerade stillst, entweder kein Wasser oder eine leere Flasche. Deshalb habe ich mir angewöhnt direkt nach dem Aufstehen schon 1-2 Gläser Wasser zu trinken und mir direkt 2 Flaschen für den Tag bereit zu stellen. 
  8. Geduld
    Ein wirklich wichtiger Punkt, denn ohne Geduld geht nichts! Erwarte nicht von dir, dass du von gestern auf heute alles perfekt machst. Für mich persönlich ist es manchmal schwer zu akzeptieren, dass es nicht jeden Tag super laufen kann und es eben auch mal eine Tiefkühlpizza gibt, aber ich arbeite daran. 
  9. Salat bzw. Gemüse zu jeder Mahlzeit
    Wenn du dir zu jeder Mahlzeit Gemüse oder einen Beilagensalat machst, hast du dein Gemüse „Input“ auf jeden Fall abgedeckt und gleichzeitig eine leckere Sättigungsbeilage
  10. Portionsgrößen beachten
    Verwende deine Hand als Maßstab für Portionsgrößen, denn auch gesundes Essen sollte nicht im Übermaß gegessen werden. Bei Gemüse sind große Portionen nicht dramatisch, bei Obst sieht das allerdings wieder anders aus. Trotzdem vertrete ich die Auffassung: lieber ein Stück Obst mehr am Tag als Schokolade!

Das sind meine 10 Tipps wie ich es geschafft habe, Clean Eating wieder in den Alltag zu integrieren.

Wie würden deine Tipps lauten oder hast du vielleicht sogar noch einen für mich, der es mir leichter macht?

3 Comments on 10 Tipps wie du Clean Eating trotz Baby in den Alltag integrieren kannst

  1. Verena
    14. September 2017 at 10:10 am (2 Monaten ago)

    Ich finde deine Tipps echt super! Mit meiner Kleinen war kein Tag wie der andere, aber irgendwie meistert man sie dann trotzdem. Ich habe es mir dann angewöhnt viele Gerichte vorzubereiten und einzufrieren bzw. nur Mahlzeiten zu kochen, die nicht aufwendig sind, aber trotzdem clean.
    Seit ein paar Wochen ernähre ich mich probiotisch, dafür muss man einfach einiges vorbereiten, aber es macht Spaß. Mittlerweile ist meine Kleine so groß, dass sie auch gerne mithilft. Ich nehme zusätzlich Probiotika ein, wie diese hier.
    Es macht mir immer Spaß etwas Neues auszuprobieren und ich bin echt froh, dass ich es auch mit Kind so gut beibehalten konnte.
    Alles Liebe,
    Verena

    Antworten
    • fitandsparklinglife
      30. September 2017 at 6:23 am (2 Monaten ago)

      Das klingt nach einer super Balance Verena! Toll das du Clean Eating „trotz“ Baby aufrecht erhalten konntest. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht immer leicht ist.
      Ja die Tage mit Kleinkind sind unberechenbar – aber doch gleichzeitig wunderschön und erfüllend!
      Liebe Grüße

      Antworten
  2. Lieschen
    22. Mai 2017 at 4:44 pm (6 Monaten ago)

    Hallo Jenny,

    ich bin echt immer wieder davon beeindruckt wie ehrlich Du uns Deinen Alltag beschreibst. Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass gesunde Ernährung nichts mit Gewichtsabnahme zu tun hat (und es ist beruhigend, dass ich damit nicht alleine bin 🙂 ). Allerdings habe ich viele ‚Nebeneffekte‘ beobachtet, die mir super gut gefallen und daher bin ich dabei geblieben. Eine gute Sportroutine gehört genauso dazu, wenn man wirklich Pfunde los werden möchte und die Portionsgrößen. Gaaaanz wichtiger Hinweis.
    Ich habe jetzt keine Extra-Tipps, außer, dass man echt flexibel sein muss bei einem kleinen Kind. Der Alltag wird halt von so einem kleinen Würmchen bestimmt, das ist für Prinzipienmenschen sicher nicht einfach. Das Einfrieren kann und sollte man auch auf ganze Mahlzeiten anwenden. Wenn man z.B. Deine vegetarische Bolognese macht, warum nicht gleich in rauen Mengen? Da spart man sich doch einiges in den nächsten Wochen.

    Liebe Grüße,
    das Lieschen

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